Klima­schutz in der Stadt der Zukunft?

Datum
08. Juni 2016
Autor*in
Maximilian Staude
Thema
#BDEW Kongress16
Themenwelt Blickwechsel_Johannes

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Foto: Johannes
Experten zeigen sich über­zeugt: Eine moderne Stadt kann Energie klug nutzen und so das Klima schützen. Man steht aber erst ganz am Anfang.

Inte­grated Cities – Energie und Mobi­lität in den Städten der Zukunft“ – so der etwas sper­rige Titel einer Podi­ums­dis­kus­sion auf dem BDEW-Kongress und eine mit der wohl größten Dichte an Buzz-Wörtern.

Smart-Grid, Smart-Meter, E‑Learning, E‑Partizipation, T‑City, Low-Level-Kunde, Commit­ment-Kunde, Indus­trie 4.0… in der Stadt der Zukunft wird alles und jeder per Breit­band vernetzt sein. Unmengen von Daten werden anfallen, die dann, von Compu­ter­chips verar­beitet, in Produkte und Dienst­leis­tungen fließen. Kommt das auch dem Klima­schutz zu Gute? Teil­weise zumin­dest.

Das intel­li­gente Strom­netz

Ein wich­tiger urbaner Bestand­teil soll zukünftig das Smart Grid“ sein. Dabei handelt es sich um ein intel­li­gentes Strom­netz“. Alle Produ­zie­renden und Nutzenden von Strom sind hier mitein­ander vernetzt. Wenn sehr viel Wind weht und die Sonne stark scheint, also mehr Ökostrom produ­ziert, als verbraucht wird, könnte das Smart Grid“ zum Beispiel dafür sorgen, dass der Strom an den Lade­sta­tionen für Elek­tro­autos billiger wird. Besitzer und Besit­ze­rinnen von E‑Autos erhalten dann eine Nach­richt, dass es sich nun lohnt, das Fahr­zeug aufzu­laden. Dadurch wird deren Nutzung attrak­tiver und Energie effi­zient genutzt.

Eine andere geplante Möglich­keit ist, an windigen oder sonnigen Tagen mit dem über­schüs­sigen Ökostrom Brenn­stoff­zellen per Elek­tro­lyse aufzu­laden. Wenn der Wind dann weniger weht oder in der Nacht Bedarf an Strom besteht, werden die Zellen wieder entladen.

Opti­mis­ti­sche Prognosen

Klaus Bonhoff von der staat­li­chen Natio­nalen Orga­ni­sa­tion Wasser­stoff- und Brenn­stoff­zel­len­tech­no­logie (NOW)“ prognos­ti­zierte, dass die Städte bald von einer Viel­zahl von solchen Spei­cher­sta­tionen durch­zogen sein werden. In Hamburg würden immerhin schon Busse mit Brenn­stoff­zellen-Antrieb fahren.

Doch wie wird sicher­ge­stellt, dass die Möglich­keiten der städ­ti­schen Digi­ta­li­sie­rung auch tatsäch­lich für den Umwelt­schutz genutzt werden? Bonhoff verwies auf den poli­ti­schen Druck durch die Bürger, die die Verschmut­zung der Luft und das Übermaß an Verkehr hautnah erlebten. Man stehe frei­lich noch ganz am Anfang, noch beruhe 95 Prozent des Verkehrs auf der Verbren­nung von Kohlen­stoffen. Der Erfolg des Klima­schutzes wird in den Städten entschieden oder wir werden ihn in den Städten verlieren“, war sich Mode­rator Alfred Höhn jeden­falls sicher.


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