Das HKW– ein Ort des Gedan­ken­aus­tauschs

Datum
13. Mai 2023
Autor*in
Jacqueline Scholtes
Themen
#JPT23 #Leben
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Das Haus der Kulturen der Welt. Foto: Jugendpresse Deutschland e.V./ Moritz Heck
Die dies­jäh­rigen Jugend­po­li­tik­tage haben begonnen und das nicht an irgend­einem Ort. Aber wo genau befinden wir uns eigent­lich?
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Im Haus der Kulturen der Welt werden verloren gegan­gene Sachen akzen­tu­iert. Sie werden geehrt und bekommen wieder an Bedeu­tung.“ Mit diesen Worten begrüßt Bona­ven­ture Soh Bejeng Ndikung, Inten­dant des Hauses, die Teil­neh­me­rinnen und Teil­nehmer der dies­jäh­rigen Jugend­Po­li­tik­Tage (JPT). In Berlin, dem poli­ti­schen Zentrum Deutsch­lands, hätte eine Veran­stal­tung wie diese in allerlei Gebäuden statt­finden können. Dass also genau das Haus der Kulturen der Welt (HKW) ausge­wählt wurde, kann kein Zufall sein.

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Das HKW ist geprägt von einer langen Geschichte. Als Deutsch­land, und somit auch Berlin, noch in Ost- und West­ge­biete geteilt waren – keine*r der Teil­neh­menden wird es selbst erlebt haben – lag das Grund­stück im Westen. Die Kongress­halle sollte ein Leucht­feuer der Frei­heit, das seine Strahlen nach Osten sendet“ sein, verkün­dete die US-Diplo­matin Eleanor Dulles bei der Grund­stein­le­gung 1956. Ein Geschenk der Ameri­kaner, ein Symbol der deutsch-ameri­ka­ni­schen Allianz.

Die Frei­heit des Westens, beflü­gelt durch das geschwun­gene Dach. Eine archi­tek­to­ni­sche Beson­der­heit von der sich Bürger*innen und Journalist*innen wenig beein­druckt zeigten. Viel­mehr ähnele das Gebäude einer aufge­klappten Muschel, so wurde die Kongress­halle im Volks­munde dann auf den Namen schwan­geren Auster“ getauft.

Allzu lange hielt sich die Auster aller­dings nicht: 1980 stürzte ein Teil des Daches ein. Ob das Gebäude über­haupt erneut aufge­baut werden soll, wurde lange disku­tiert. Doch die geschicht­liche und poli­ti­sche Bedeu­tung überwog, 1989 wurde das Gebäude wieder­eröffnet. Diesmal aber nicht als Kongress­halle, sondern als Haus der Kulturen der Welt. Von nun an ein Ausstel­lungsort für inter­na­tio­nale Künste und ein Forum für aktu­elle Entwick­lungen und Diskurse.

Einen passen­deren Ort für die Jugend­Po­li­tik­Tage gibt es wohl kaum: Junge Menschen mit den unter­schied­lichsten Hinter­gründen kommen zusammen. Sie bespre­chen Ideen und Konzepte, arbeiten an einer gemein­samen Zukunft und legen dabei eigene Schwer­punkte. Sie machen aufmerksam auf von der Politik Verges­senes, sie akzen­tu­ieren es, um es mit den Worten des Inten­danten Ndikung zu sagen. Die Jugend­Po­li­tik­Tage, eine Veran­stal­tung, bei der Neues entsteht – im Haus der Kulturen der Welt, einem Ort, der diesem Neuen Raum gibt.


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