Klima­po­litik geht unter – die Erde gleich mit?

Datum
23. März 2026
Autor*in
Nele Machemer
Themen
#LTWRLP26 #Politik
Fridays for Future Demo Mainz

Fridays for Future Demo Mainz

Jugendpresse e.V./ Caroline Sauter 

Die Umwelt brennt – doch im Wahl­kampf zählt anderes. Barbara Lange von den Omas for Future will Klima­po­litik wieder eine Stimme geben, während der Diskurs der Land­tags­wahl in Rhein­land-Pfalz in andere Rich­tungen geht. 

Ich habe nicht studiert, ich habe auch kein Abitur aber mein Gefühl sagt mir, dass das auf jeden Fall der falsche Weg ist“, erzählt Barbara Lange von Omas for Future. Laute Kampf­pa­rolen, bunte Schilder und viele wütende Teen­ager erscheinen 2019 in den Zeitungen Deutsch­lands. Tausende junge Menschen kommen zusammen, um gemeinsam für ihre Zukunft einzu­stehen. Fridays for Future“ Umwelt­schutz war Thema Nummer Eins. Und heute? Wir stehen kurz vor den Land­tags­wahlen in Rhein­land-Pfalz, poli­ti­sche Diskus­sionen finden ihren Höhe­punkt. Ein Thema scheint in Verges­sen­heit geraten zu sein: Die Klima­po­litik. 

Weil wir haben gelebt“ 

Blau und Rot. Und dazwi­schen Barbara Lange, Mitglied der Omas for Future. Ein Blick in die Bad Kreuz­nacher Innen­stadt am 14. März deutet die annä­hernde Land­tags­wahl an. Nur eine Straße trennt den Wahl­kampf­stand der Linke von dem AfD-Stand. Mitten­drin: Die Orga­ni­sa­tion Omas for Future mit ihren Plakaten und Flyern. Die Orga­ni­sa­tion ist besorgt um den gesell­schaft­li­chen Diskurs rund um Klima­schutz. Lange gibt sich im bishe­rigen Wahl­kampf besorgt nicht ausrei­chend Gehör zu finden: Es ist sehr alar­mie­rend. Wir als Omas sind ja keine Partei und das finde ich auch ganz wichtig, dass eben auf unsere Inhalte gehört wird. Und nicht in eine Schub­lade gesteckt zu werden.“ Die Orga­ni­sa­tion Omas for Future enga­giert sich seit 2019 für Umwelt­schutz. Aktuell stellen sie zehn Forde­rungen an die nächste Landes­re­gie­rung. Darunter zählt beispiels­weise die Stär­kung der Kommunen, der Ausbau des Ener­gie­netzes und des ÖPNV, die Bewah­rung der Arten­viel­falt und den weiteren Ausbau von Wind- und Solar­energie. Bei den Omas for Future enga­giert sich Barbara Lange seit vier Jahren. Ehrlich gesagt, der Start­schuss dafür war die Ankün­di­gung der Geburt meines achten Enkel­kindes. Weil ich mich da nicht nur gefreut habe, sondern ich gedacht habe: Ach du Schreck, noch einer, um den man sich Sorgen machen muss. Und dann habe ich in der Zeitung von den Omas gelesen und hab gedacht, ich mache da mal mit. Ich erfahre die Arbeit dort als sehr trös­tend und auch verstär­kend und Mutma­chend. Deswegen bin ich bei den Omas“, erzählt die 65-Jährige. Von der neuen Regie­rung fordert sie verant­wor­tungs­vollen Umgang. Der Klima­schutz muss auf jeden Fall stärker betrieben werden. Denn wenn wir nichts für den Klima­schutz tun, wird das alles sehr, sehr teuer. Und es ist ganz wichtig, dass wir erneu­er­bare Ener­gien haben und nicht auf Gas oder auf fossile Ener­gien setzen.“ Lange sieht in ihrer Gene­ra­tion Hand­lungs­pflicht: Eigent­lich sind wir fast allein verant­wort­lich, weil wir gelebt haben. In meinem Fall gedan­kenlos, ohne auf die Ressourcen zu achten“, gibt sie zu. 

Und was sagen die Parteien? 

Klima­schutz mit Bürger­en­er­gie­ge­setz – Menschen vor Ort profi­tieren“, Punkt 10 auf der Forde­rungs­liste der SPD. Der letzte Punkt. Die SPD verlangt ein Bürger­en­er­gie­ge­setz, bei der Gemeinden um Umfeld von Wind- und Solar­an­lagen von den Erträgen profi­tieren. Die Grünen hingegen setzten die Klima­po­litik an den Anfang ihrer Agenda. Klima­neu­tra­lität bis 2040 ist das große Ziel. Die CDU setzt in ihrem Programm auf die Verei­ni­gung von Wirt­schaft und Umwelt. Errei­chen will sie das unter anderem mit dem Ausbau von Photo­vol­taik und einem besseren Wasser-Manage­ment. 

Auf Papier ist Klima­po­litik sehr präsent, die Realität zeigt aller­dings ein anderes Bild. Klima­schutz rückt medial leider wieder zurück, aber wir wollen der nach­fol­genden Gene­ra­tion ein schönes Leben in Rhein­land-Pfalz ermög­li­chen“, erklärt Dennis Matheis von der SPD. Neben­dran sitzt die erst 20-jährige Sarah Bolz von den Grünen. Klima­schutz hätte eine größere Rolle spielen sollen. Klima­schutz ist oft mit Angst und Bedro­hung verbunden, aber als Grüne müssen wir in den sauren Apfel beißen und das Thema trotzdem aufgreifen“, appel­liert die frisch gekürte Abitu­ri­entin an ihre Partei und fügt an. Ich lasse mir da nicht die Butter vom Brot nehmen.“ 

Der Klima­wandel ist sicher­lich nicht aus den Köpfen der Menschen verschwunden. Trotzdem über­wiegen zurzeit andere Themen, die den Klima­schutz in den Hinter­grund drängen. 


Empfohlene Beiträge

Dossier

Land­tags­wahl in Rhein­land-Pfalz

Felicia Holtkamp , Noel Firmenich

Du kannst mitmachen!

Bei politikorange arbeitest du ganz im Zeichen der Pressefreiheit. Unter Anleitung erfahrener Jungjournalist*innen erstellst du Blogbeiträge oder ein Magazin im Redaktionsteam. Du recherchierst, führst Interviews und Hintergrundgespräche, machst dir dein eigenes Bild, findest die richtigen Worte und erhältst Support aus dem politikorange-Team bei jedem Schritt. Außerdem kannst du dich auch im Fotojournalismus, mit bewegten Bildern oder anderen crossmedialen Inhalten ausprobieren.

32869514097 5729e8895e o 1 2