Wie wird man Auslandskorrespondent*in? Diese und viele andere Fragen haben Dutzende erfahrene Journalist*innen den Teilnehmer*innen der Youth Media Convention am Wochenende beantwortet. Die Zeit vom 9. Bis 11. Oktober war vollgepackt mit Input und Vernetzung zwischen den mehr als 120 jungen Medienmacher*innen, die für die diesjährige Youth Media Convention aus ganz Deutschland nach Berlin gekommen waren.
Freitag
Der Freitag startete nach dem Check-in im Hostel direkt mit den sechs Medientouren in großen Medienhäusern. Das ARD-Hauptstadtstudio, Table.Media, ALEX Berlin, Tagesspiegel, die Deutsche Presse-Agentur und die Deutsche Welle öffneten ihre Türen für die Nachwuchsjournalist*innen. Redakteur*innen leiteten die Führungen und stellten die Berufswege und ihren jeweiligen Arbeitgeber in einem Gespräch auf Augenhöhe vor. Fragen wurden direkt beantwortet, Tipps und Auskunft zu Bewerbungen für Volontariate und Praktika in aller Offenheit besprochen. Nach dem gemeinsamen Abendessen ging es mit dem Programm weiter: Das Auftaktpanel “Zoom Out” stimmte auf die nächsten Tage ein.
Die Nachwuchsmoderatorin Lena Jüngel moderierte den Panel Talk mit dem Chefredakteur der Deutschen Welle Mathias Stamm, der Journalistin Olivia Samnick, der freien Korrespondentin Elisa Kautzky und der Wissenschaftlerin Tong-Jin Smith von der Freien Universität Berlin. Die Expert*innen diskutierten gemeinsam über die Auswirkungen von Sparmaßnahmen in Redaktionen, die Digitalisierung der journalistischen Arbeit und die Herausforderungen der Berichterstattung aus Krisen- und Kriegsgebieten. “Was muss Auslandsjournalismus leisten?” war eine Frage von Lena, die wie so viele der Themen auch noch nach dem Bühnenprogramm weiter unter den Teilnehmer*innen besprochen wurde.
Samstag
Der Samstag begann nach dem gemeinsamen Frühstück mit einer ersten Phase Intensivworkshops. Vom Aufdecken von Desinformationen über diskriminierungssensible Berichterstattung bis hin zu Interviewführung war alles dabei. Die Teilnehmer*innen lernten, wie sie ohne Quelle zu einer exklusiven Geschichte kommen, wie Informationsrechte funktionieren und wie man eine erfolgreiche Anfrage schreibt. Außerdem arbeiteten sie Kriterien für Kommentar-Argumentationen heraus und bekamen Tipps zur Arbeit als selbstständige Journalist*innen.
Nach dem Mittagessen gingen die Workshops weiter, am Nachmittag startete das gegenseitige Kennenlernen: Alle Teilnehmenden wurden einander zugelost und durften die gelernten Interviewskills anwenden. Nachdem sie jeweils 20 Minuten Zeit hatten, um ihre Partner*innen zu deren zukünftigen Ich auszufragen, wurden die Ergebnisse als Headlines an der Gallery Wall gesammelt.
Auf der Ver.Netzt-Messe stellten sich viele Medienhäuser und Journalistenverbände, Vereine und Organisationen an Infoständen vor und kamen mit den Teilnehmer*innen ins Gespräch. Ausgestattet mit Textmarkern, Blöcken und USB-Sticks konnte es dann weitergehen. Das gemeinsame Abendessen war durch die neuen Bekanntschaften, den Foodtruck mit Burgern aller Couleur und den Süßkartoffelpommes ein absolutes Highlight und ein passender Ausklang des langen Tagesprogramms.
Sonntag
Am letzten Tag der Youth Media Convention gab es eine große Auswahl an Q&As auf Deutsch und Englisch sowie neuen Workshops. How to Auslandsreportagen? Und wie dreht man gute Videos auf Social Media? Expert*innen stellten ihre Strategien vor und gaben ihr Wissen an die Teilnehmer*innen weiter. Referent*innen sprachen zu Cybersicherheit, dem Schlüssel zur empathischen Auslandsberichterstattung und den Gefahren als Auslandskorrespondent*in. Die letzten Fragestunden fanden zu den Fragen der journalistischen Ethik und Resilienz statt, den Abschluss bildete das Q&A mit dem Namen “Dein Weg in den Journalismus”.
Bevor alle Teilnehmenden mit vollen Köpfen, neuen Bekanntschaften und Merch wieder in ihre Züge Richtung Heimat stiegen, aßen sie ein letztes Mal zusammen beim Zukunftslunch. Und wer weiß, vielleicht sehen wir den einen oder die andere in ein paar Jahren wieder als Korrespondent*in in Washington, Brüssel oder Riga – ihre Vorgänger*innen und Kolleg*innen kennen sie ja jetzt.
